· 

Floskeln - nicht nur ein Karrierekiller

Alles gut, kein Problem, Nachhaltigkeit, transparent, in die eigene Kraft kommen, Mitarbeiter stehen im Mittelpunkt, die Menschen da abholen, wo sie stehen, blablabla.

 

Was gut gemeint ist, aber nichts aussagt und manchmal ein Gesprächsabschneider ist - einfach benutzt, weil es in aller Munde ist. Fall bloß nicht darauf rein. Mit vielen Aussagen erntest du genau das Gegenteil von dem, was du erzielen willst.

Wortwolken blablabla, Floskeln - nicht nur ein Karrierekiller

Wusstest du, dass "alles gut" als Gesprächskiller gilt?

Dabei ist das vielleicht von dir gar nicht so gemeint gewesen. Doch versuche mal bei einem „alles gut“ das Gesprächsthema weiter fortzuführen. Es wird dir wahrscheinlich nicht leichtfallen.

 

Auch die häufig genutzte Entgegnung „kein Problem“ auf ein „Danke“ ist unpassend. Wieso ist es kein Problem, wenn ich mich bedanke? Natürlich ist es das nicht, sondern gemeint war wahrscheinlich, dass der Grund, weswegen sich mein Gegenüber bedankt, kein Problem war oder es sich einfach und schnell lösen ließ. Aber wieso bringe ich in eine positive Situation ein negatives Wort?

 

„Nachhaltigkeit“ – so oft verwendet, dass es viele nicht mehr hören können, viele auch schon nicht mehr glauben. Bei manchen Menschen geht dann sogar die innere rote Lampe an, denn die Glaubwürdigkeit dieser Aussage verliert sich immer mehr. Genauso ist es mit dem Wort „Transparenz“. Immer wenn es darum geht, Verfehlungen aufzuarbeiten, ist das Wort „Transparenz“ nicht weit. Schaut man sich dann die Aufarbeitung an, ist das Transparente doch eher undurchschaubar.

 

Sogenannte Füllwörter können ebenfalls nerven. Werden manche Wörter oder kleine Redewendung ständig verwendet, dann macht das die Sprache sehr trist. „Sag ich mal“, „und so weiter und so fort“, „weißte“, stehen stellvertretend für nichtssagende Wörter. Sie machen Sprache nicht bunt und unterhaltsam, sondern fad.

 

Dann gibt es auch noch Modewörter. Ich liebe zurzeit das Wort: „triggern“. Mich triggert es, anstelle dass es mich anspricht, nervt oder genau den Punkt trifft. Ein Wort beschreibt ganz viele Gefühle. Ist doch toll, oder? Nein – nicht wirklich, denn meine Sprache wird dadurch nicht klarer, sondern verwaschener. Es ist doch ein großer Unterschied, ob mich etwas anspricht oder nervt. Auch das sollten wir bedenken.

Glaubwürdigkeit und Floskeln schließen sich aus - auch in Unternehmen

Als ich noch als Karriereberaterin gearbeitet habe, hing bei einem Unternehmen im Treppenhaus ein Bild mit dem Spruch: „Bei uns stehen die Mitarbeiter im Mittelpunkt“. Ich habe mir immer die Frage gestellt: Muss das Unternehmen dies so präsent aufhängen, damit die Mitarbeiter das irgendwann glauben? Denn die Handlungsweise in dem Unternehmen war eine ganz andere.

 

Auf Internetseiten lese dann hin und wieder den Spruch: „Die Menschen dort abholen, wo sie stehen“. Ja, wo soll man sie sonst abholen? Das sind Marketingsprüche, die kaum ein Mensch in seiner normalen Sprache so verwenden würde. Dazu gehören auch Redewendungen, wie z. B. „in die eigene Kraft kommen“. Für mich haben diese Formulierungen eine Aussagekraft die gegen Null tendiert, denn auch hier ist sie von der normalen Sprache weit entfernt. Es ist eine Coachingsprache. Viele Coaches verwenden Ausdrücke, die in ihrer Branche verwendet werden, aber außerhalb dieses Umfeldes wenig aussagen.

Chef steht auf dem Rücken des Mitarbeiters - Unser Unternehmen baut auf seine Mitarbeiter

Du benutzt gerne Floskeln? Dann aufgepasst:

Was all diese Phrasen und Wörter eint? Sie machen deine Aussage kleiner, verringern deine Glaubwürdigkeit oder nerven einfach nur; bestenfalls nimmt dein Gegenüber das nicht wahr. Das wiederum bedeutet: Man hört dir nicht aufmerksam zu. Vielleicht liegt es ja an den Floskeln, nichtssagenden Worthülsen oder inflationär verwendeten Modewörtern?

 

Überprüfe einfach mal: Gibt es in deiner Sprache Modewörter, Floskeln, nichtssagende Worthülsen? Identifiziere diese, streichen sie oder verändern diese ein wenig. Du wirst staunen, welche Wirkung du damit erzielst.

Diese Alternativen zu Floskeln und Modewörtern gibt es

Alles gut

besser

Bei mir/uns ist alles in Ordnung.
Das habe ich gerne gemacht.


Kein Problem

besser

Gern geschehen.

Das habe ich gerne für Sie erledigt.


nachhaltig

besser

Langfristig, dauerhaft, sinnvoll, vernünftig


transparent

besser

verständlich, nachvollziehbar, durchschaubar


 

Füllworter können oft ersatzlos gestrichen werden - aber Achtung:

So ganz ohne Füllwörter wird deine Sprache zu technisch. Sorgsam eingesetzt, machen Füllwörter deine Sprache natürlich und facettenreich. Hier ist wieder die alte Regel anzuwenden: Die Menge machts.

Damit du nicht den falschen Eindruck hinterlässt

 „Viel geredet, aber nichts gesagt.“, dies sagt man zu Menschen, die oft Floskeln und leere Worthülsen nutzen. „Alles gut“ und Co sollen positive Atmosphäre schaffen, tun es aber nicht immer. Es kann beim Anderen auch den Eindruck vermitteln, dass du:

 

·      Konfliktscheu bist,

·      Interesse heuchelst,

·      Kommunikationsschwach bist.

 

Und jeder einzelne Punkt kann dir zum Verhängnis werden, denn das sind echte Karrierekiller.

Ich habe da was für dich

Was sind deine Lieblingsphrasen? Möchtest du mehr zum Thema Sprache und was du tun kannst, um gut zu wirken, wissen?

 

Wir, Sandra Schneider – Makeup-Artist, Tanja Lipp – VocalCoach und ich, Knigge heute, zeigen dir in einer Onlineschulung, was du über Aussehen – Stimme und Wirkung wissen solltest, um beruflich und privat deinen perfekten Eindruck zu hinterlassen.

 

Hier erfährst du mehr dazu: